Praxisberichte

Praxisbericht zum „Verhaltenstraining in der Grundschule“

Verhaltenstraining in der Grundschule

Aus meiner Erfahrung in vier dritten Klassen ist das Verhaltenstraining in der Grundschule ein sinnvolles Programm mit guten Inhalten, um Kindern soziale und emotionale Fertigkeiten zu vermitteln.

Es ist dringend zu empfehlen, dass Lehrer und Lehrerinnen sich vor der Durchführung intensiv mit den im Programm verankerten und beschriebenen verhaltenspsychologischen Prinzipien vertraut machen. Denn der Lehrer oder die Lehrerin sollten vorleben und anwenden, was sie von den Kindern an Verhaltensveränderung erhoffen.

So kann die Durchführung des Verhaltenstrainings in der Grundschule für Schüler und Lehrer ein großer Erfolg sein. D.h. der gesamte Umgang miteinander wird verbessert und die Kinder in die Lage versetzt, eigenständig mit schwierigeren sozialen Situationen in der Schule und zu Hause umzugehen.

Patrick Wedemeyer

Herr Patrick Wedemeyer (Dipl.-Psych cand.) hat das Verhaltenstraining in der Grundschule  im Rahmen seiner Diplomarbeit im Fach Psychologie an zwei Grundschulen im Raum Bremen begleitet. In drei Klassen unterstützte er die Klassenlehrerin als Co-Trainer bei der Durchführung, in einer Klasse führte er das Training selbst durch.

Erfahrungen mit dem „Verhaltenstraining in Grundschule“

Zusammen mit der Klassenlehrerin habe ich das „Verhaltenstraining in der Grundschule“ in der 5. Klasse in einem Förderzentrum durchgeführt. Obwohl einige Aufgaben für diese Lerngruppe schwer zu bewältigen waren, konnten die Kernpunkte des Trainings den Schülern erfolgreich vermittelt werden.
Zur vollständigen Durchführung benötigten wir mehr Stunden als im Training vorgegeben; über ein Schulhalbjahr waren zwei Schulstunden pro Woche eingeplant. Diese Stunden konnten dementsprechend nicht für anderen Unterricht verwendet werden. Bevor man mit dem Training beginnt, sollte man sich also genau überlegen, welche Lernziele für das entsprechende Halbjahr im Vordergrund stehen. Auch die Vorbereitung der einzelnen Stunden ist relativ zeitaufwändig. Mit der Zusammenarbeit zwischen Praktikantin und Lehrerin haben wir gute Erfahrungen gemacht. Die Stundenvorbereitung konnte aufgeteilt werden und ich habe als Praktikantin einzelne Stunden übernommen.

Positiv überrascht waren wir von der Begeisterung der Schüler. Die anfängliche Freude über das neue Unterrichtskonzept „Verhaltenstraining“ ließ auch im Verlauf nicht nach und die Schüler beschwerten sich am Ende jedes Hörspiels darüber, dass es gerade dann abbräche, wenn es spannend sei und fragten, ob sie nicht weiter hören könnten.

Wir begannen das Training mit dem Wissen, dass dies ein Präventionsprogramm ist und wir gingen nicht davon aus, dass verhaltensauffällige Schüler damit zu verändern seien. Dies war auch nicht der Fall. Zu beobachten gab es dennoch eine Reihe positiver Entwicklungen. Durch den Verstärkerplan und die konstante Partnerarbeit waren die Schüler im Verlauf des Trainings immer besser in der Lage, zu zweit und in Gruppen zusammenzuarbeiten.

Zwei Elemente, die im Training immer wieder geübt wurden, konnten von den Schülern mit Hilfe der Lehrerin besonders gut in den Schulalltag übertragen werden. Dies ist zum einen der „PIP-Plan“, der zur Problembewältigung und Konfliktlösung eingesetzt werden kann und die „4E´s“, die ein Verhaltensschema für Situationen vermitteln, in denen mit der eigenen Schuld umgegangen werden muss. In der Schule habe ich gesehen, dass sehr viel Unterrichtszeit für die unergiebige Diskussion über Konflikte verloren geht. Sind die Kinder in der Lage, diese Konflikte selbstständig zu lösen, hat sich der Mehraufwand für das Verhaltenstraining schnell ausgezahlt.

Auch wenn Einzelheiten des Trainings im Laufe der Zeit von den Schülern wieder vergessen werden, denke ich, dass ihnen ein Bewusstsein dafür bleibt, dass sie ihr Verhalten kontrollieren können und reflektiertes Handeln möglich ist.

Regina Kimpel

Frau Regina Kimpel (Dipl.-Psych.cand.) hat das Verhaltenstraining in der Grundschule während ihres Halbjahrespraktikums als Co-Trainerin mit der Klassenlehrerin durchgeführt.

Erfahrungen mit dem „Verhaltenstraining für Schulanfänger“

Ich bin Betreuungspädagogin für verhaltensauffällige SchülerInnen im Bezirk Linz-Land, Oberösterreich und arbeite nun schon das zweite Jahr mit Ihre Buch: Verhaltenstraining für Schulanfänger.

Ich bin total begeistert vom Aufbau und den Inhalten Ihres Buches. Die Kinder lieben den Ferdi heiß. Da ich im Vorjahr noch mit dem alten Buch (dunkler Einband) gearbeitet habe, weiß ich die Einbindung der Eltern durch die Elternbriefe als sehr große Bereicherung zu schätzen. In 3.Klassen habe ich Teile der Rollenspiele verwendet, die den Kindern besonders Spaß gemacht haben. Bemerkt habe ich, dass sich durch das Training auffällige Kinder - sei es, dass sie introvertiert oder extrovertiert sind - getraut haben, als Schauspieler vorne zu stehen bzw. gelernt haben, sich zurückzunehmen.

Auf einer österreichweiten Tagung für BetreuungspädagogenInnen habe ich das "Ferdiprojekt" vorgestellt. Das Interesse von den KollegenInnen war sehr groß. Ferdi war natürlich mit dabei und hat sich gleich selber vorgestellt. Die Handpuppe ist entzückend, deshalb wird Ferdi von allen geliebt.

Danke, dass Sie dieses Buch und auch die anderen Bücher geschrieben haben.

Mit freundlichen Grüßen,
Anita Innertsberger

Frau Anita Innertsberger ist Betreuungspädagogin für verhaltensauffällige SchülerInnen in Linz-Land, Österreich

Kontakt

Prof. Dr. Ute Koglin
Prof. Dr. Franz Petermann
Prof. Dr. Ulrike Petermann

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News

Das frühere Bremer Präventionsforum (BPF) heißt jetzt Nordwestdeutsches Präventionsforum.

Ab November 2015 erscheint das das neue Verhaltenstraining zur Förderung emotionaler Kompetenzen (5./6. Klasse) im Hogrefe Verlag.